Sanitätshund 1–3

Geschichte

Der Sanitätshund ist die älteste Art systematisch ausgebildeter und eingesetzter Rettungshunde. Die englische Armee setzte Schottische Schäferhunde ein, die wertvolle Dienste im Krieg von Tansvaal leisteten. Der Hund wurde immer wieder vom Militär zu Rettungszwecken eingesetzt, so auch im ersten und zweiten Weltkrieg. Im zweiten Weltkrieg war der Bedarf an Hunden wesentlich höher als im Ersten Weltkrieg. An allen Fronten waren über 200‘000 Hunde im Einsatz. So ist es nicht erstaunlich, dass tausende von Soldaten ihre rechtzeitige Rettung den eingesetzten Sanitätshunden verdankten. Nach den Gefechten schickten die Sanitätssoldaten die Hunde in die Kampffelder, um nach Verwundeten zu suchen. Aus taktischen Gründen kam Verbellen als Anzeige nicht in Frage. So brachten die Hunde anfänglich einen Gegenstand des Gefundenen, eine Mütze, ein Kleidungsstück oder ähnliches, zum Hundeführer zurück. Da das gewaltsame Wegreissen der Kleidungsstücke oft zu zusätzlichen Verletzungen des Verwundeten führten, wurde die Anzeigetechnik geändert, indem dem Rettungshund ein ca. 10 cm langes Lederstück, Bringsel genannt, am Halsband befestigt wurde. Dieses nahm er beim Verwundeten in den Fang und brachte es dem Hundeführer zurück und zeigte so, dass seine Suche erfolgreich war. Heute findet der Sanitätshund in der Armee keine Verwendung mehr.

     

Prüfungen

Im heutigen Hundesport besteht die Arbeit des Sanitätshundes aus zwei Elementen, so dass er zum einen in der Revierarbeit und zum anderen in der Unterordnung ausgebildet werden muss. Die Unterordnung beinhaltet je nach Klasse folgende Arbeiten (das Schwierigkeitsniveau steigt mit jeder Klasse):

SaniH 1

Freifolge, Voran mit Hinlegen, Setzen  Legen, Front, Apportieren, das für den Sanitätshund typische Kriechen, Hoch- und Weitsprung und Ablegen frei

SaniH 2

Freifolge mit Gangartwechsel, Voran mit Hinlegen, Setzen  Legen, Front, Steh aus der Bewegung Apportieren, das für den Sanitätshund typische Kriechen, Hoch- und Weitsprung

SaniH 3

Freifolge mit Gangartwechsel, Voran mit Hinlegen, Setzen  Legen, Front, Sitz aus der Bewegung (Normalschritt), Steh aus der Bewegung (Laufschritt), Apportieren und das für den Sanitätshund typische Kriechen

 

Bei der Revierarbeit sucht der Hund, unter Anleitung des Hundeführer, im Wald oder unwegsamen Gelände das entsprechende Gebiet nach vermissten oder verletzten Personen oder Gegenständen (Rucksack, Kleidungstück, etc.) ab. Im Training werden diese Verletzten durch Hilfspersonen, sogenannten Figuranten, gestellt. Der Sanitätshund ist während der Arbeit durch das Tragen einer Schabracke (rotes Sanitätskreuz auf der Schabracke) gekennzeichnet und trägt am Halsband den bereits erwähnten Bringsel. Der Hundeführer schickt seinen Hund von einer angenommenen Mittellinie aus jeweils abwechselnd nach links und nach rechts in den Wald hinein, um nach den ausgelegten Figuranten zu suchen. Stösst der Hund beim Hinaussenden auf eine liegende Person oder einen Gegenstand, nimmt er den am Halsband befestigten Bringsel in den Fang und eilt zum Hundeführer zurück, um diesem so seine erfolgreiche Suche anzuzeigen. Der Hundeführer nimmt dem Sanitätshund den Bringsel ab und fordert den Hund auf, ihm die Fundstelle zu zeigen. Auf dieses Kommando hin löst sich der Hund wieder vom Hundeführer, rennt dort zum Figuranten/Gegenstand zurück und wartet dort auf das Eintreffen des Führers. Anschliessend kehren Führer und Hund auf die Mittellinie zurück, um ihre Arbeit im Revier, die Suche nach weiteren Figuranten/Gegenständen, fortzusetzen.

Natürlich ist nicht jedes Hinaussenden des Hundes von Erfolg gekrönt, da nur drei Figuranten und ein Gegenstand im Revier ausgelegt werden.
Der Hund muss sich also auch durch seinen Führer von einem sogenannten Leerschlag abrufen lassen und unverzüglich zu diesem zurückkehren, ohne den Bringsel aufzunehmen. Anschliessend wird die Arbeit fortgeführt bis das ganze Revier abgesucht ist. Während der ganzen Suche, darf sich der Hund nicht durch Fussgänger, Biker, Wild, etc. im Revier ablenken lassen, sondern muss konzentriert bei der Arbeit bleiben.

Die Grösse des abzusuchenden Reviers ändert sich je höher die Leistungsklasse ist. Bei allen Klassen sind jedoch nur 3 Figuranten und 1 Gegenstand im Revier ausgelegt.

SaniH 1: 120 x 200 m, Zeit für die Sucharbeit 20 Minuten

SaniH 2: 120 x 300 m, Zeit für die Sucharbeit 25 Minuten

SaniH 3: 120 x 400 m, Zeit für die Sucharbeit 30 Minuten

 

Kurse

Revierarbeit Gruppe 1: Donnerstag Nachmittag 13.30 – 17.30 Uhr bei Monika Ballerini
Revierarbeit Gruppe 2: Samstag Vormittag 8.00 – 12.30 Uhr bei Monika Ballerini
Revierarbeit Gruppe 3: Samstag Vormittag 8.00 – 12.30 Uhr bei Angela Ballerini
Unterordnung Gruppe 1+2+3: Mittwoch-Abend 19.00 – 21.00 Uhr

 

Kontakt und Anmeldung

Monika Ballerini
Rathausenstrasse 32
6032 Emmen

Natel    079 580 22 28
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Video

Sanitätshundetraining


Juhui, "Verletzter" gefunden: Bringselarbeit von SanH 3 Hunden:




Junghunde im Aufbau (Systemarbeit und Bringselarbeit):




"Babyaufbau", ja die Schabracke ist noch etwas gross, aber wir wollen ja auch noch wachsen: